Großer Aufruhr spielte sich an dem Morgen um 8 Uhr ab, als die Leiche des Hundes am Doblhoffteich gefunden wurde. Burli hatte er geheißen, dieser Hund, und der Frau F. hatte er gehört. Diese stand zitternd neben der Leiche ihres Lieblings, den man kaltblütig erschossen und dann in den Teich geworfen hatte. Einige andere alte Damen standen herum und versuchten der verzweifelten Dame Trost zuzusprechen. Worte fielen wie: „Jessas, dass sowas gibt !“ – „Das arme Hunderl !“ – „Na, die heutige Jugend !“ – „Verzeihung, woher wissen Sie, dass es ein Jugendlicher war, der....“ – „Widersprechen’s mir nicht, das war die heutige Jugend. Nix ist ihnen mehr heilig.“ – „Ja genau, die Neger laufen bei uns herum, dafür bringen’s die Hund um.“ – „Na, des hätt’s net geben unterm....“ und dergleichen, Baden ist eben eine feinfühlige und solidarische Stadt. In wenigen Augenblicken war auch der Bürgermeister hier, ließ sich beim Trösten der Frau F. fotografieren, dann ließ er sich mit den anderen alten Frauen fotografieren, dann ließ er sich mit der Leiche Burlis fotografieren und schließlich zog er sich aus, stieg in den Doblhofteich und ließ sich dort beim Nacktbaden fotografieren. 

Da drängt sich doch zunächst eine Definition des Wortes Liberal auf. Es hat mit dem lateinischen Wort „Libertas“ oder dem französischen Wort „Liberté“ zu tun, welches in unserer Sprache „Freiheit“ bedeutet. Und da sind wir natürlich schon beim Grundproblem, denn vor diesem Begriff fürchtet sich der kleine Österreicher und natürlich auch die kleine Österreicherin. Freiheit ist für die beiden eine Urgewalt, die genau wie eine Lawine ins Tal donnert und dabei über alles hinwegfährt und mit Lawinen kennen sich die kleinen Österreicherinnen und Österreicher aus, weil sie alle gern Ski fahren oder zumindest dabei zuschauen, wie andere Ski fahren. Und aus dieser Erfahrung wissen sie, Lawinen und Freiheit sind gefährlich. Nun kann man Lawinen einschränken, indem man ihnen beispielsweise einen Wald entgegen pflanzt, nur was tun gegen die Freiheit? Da hilft nur eine österreichische Verniedlichung und weil Freiheiterl in bissi gar blöd klingt, hängt man das schöne „lich“ dran und schon ist die Freiheit „freiheitlich“ und damit ungefährlich.

Politik kann bedeuten, dass Millionen Menschen, die sich vier Jahre lang über einen Regierungschef aufregen, ihn dann doch brav wiederwählen.

 

Ich hätt mir das nie gedacht, aber wenn die Regierung so weiter macht, dann kann man tatsächlich bald von der „Goldenen Ära Schüssel“ reden.

 

Für den Strache ist Politik ein Paintballspiel, also so viele Gegner wie möglich an patzen, damit man den eigenen Dreck nicht sieht.

 

Eine der großartigsten Ideen unserer Medienverantwortlichen waren ja die Sommergespräche, in denen Künstlerinnen und Künstler, führende Politikerinnen und Politiker interviewen durften, um sie mit beinharten Fragen vor der Öffentlichkeit zu entzaubern. Und geleitet wurde das ganze von der kompetenstesten Moderatorin, die es in österreichs Medienlandschaft gibt, Frau Turnherr, die sich durch ihr übermächtiges „meine Herren, meine Herren… bitte…“ bereits einen Namen gemacht hat. Trotzdem schien sich die Begeisterung in Grenzen zu halten. Ein Vorschlag meinerseits, man hat die falschen Künstlerinnen und Künstler genommen. Alles wäre doch ganz anders gekommen, wenn man den richtigen Künstler genommen hätte:

Dieser Text entstand vor 5 Jahren. Er ist heute aktueller denn je, auch wenn sich ein paar handelnde Akteure geändert haben.

 

1922 schrieb Hugo Bettauer einen satirischen Roman mit dem Titel „Die Stadt ohne Juden“, in welchem die Ausweisung der jüdischen Bevölkerung durch einen Beschluss eines christlichsozialen Bundeskanzlers beschrieben wird. Heute, nach fast 90 Jahren, ist das Buch so aktuell wie nie. Die Juden sind es vorläufig nicht, die ausgewiesen werden, da wartet man doch auf „bessere“ Zeiten, bis das wieder salonfähig wird. Aber das Ausweisen von Menschen ist mittlerweile durchaus eine gängige Praxis, allerdings wird es heute mit dem Wort „Abschieben“ bezeichnet. Daher ist Bettauers Geschichte aktuell wie nie zuvor und bedarf nur kleiner Umänderungen. Während der erste Teil ein sehr realistisches Szenario darstellt, erlaube ich mir im 2. Teil, wie einst Bettauer in seinem Roman, ein wenig zu träumen. Imaginieren wir daher folgende Situation: