Ja, es ist wieder soweit. Nationalratswahlen stehen vor der Tür und da muss man sich ein wenig orientieren, was die Parteien so können, die man da vielleicht wählen soll. Und aus diesem Grund werde ich bis zur Wahl hier alle vorstellen.

Teil 4 unserer Reihe widmet sich der Grünen Partei. Umwelt, Feminismus, Gleichberechtigung, eine schönere Welt, Bioläden, Political Correctness, Vegetarismus, alles wird Thema des nächsten Kapitels.

Geschichte

Die Grüne Partei setzt sich zusammen aus Anhängern der 68er Bewegung, Umweltschützern, Pazifisten, Emanzipationsbestrebten und einigen Bürgerlichen, die auch die Umwelt ganz nett finden. Genau genommen begann die Grünbewegung aber 1978, als Bundeskanzler Bruno Kreisky beschloss, in Österreich ein Atomkraftwerk in Betrieb zu nehmen. Das führte sowohl zu Protesten unter linken Weltverbesserern, als auch unter bürgerlichen Umweltliebhabern. Die Proteste waren so aktiv, dass sogar der Kanzler eine Erklärung abgeben musste, und zwar, dass er sich von „ein paar Lausbuben“ nicht so behandeln lasse. Drei Jahre später hatten die Lausbuben dann eine eigene Liste gegründet, und zwar die Alternative Liste Österreichs (ALÖ), eine linksalternative Liste, die für Frieden, Emanzipation, Umwelt und überhaupt Liebsein eintrat. Die bürgerlichen Lausbuben wieder riefen die Vereinigten Grünen Österreichs (VGÖ) ins Leben, die für ein konservativ-sozialdemokratisch-liberales Österreich, das lieb zu Bäumen ist, eintraten. Die beiden Grünen Listen bekämpften einander bis aufs Messer und scheiterten deshalb gleich am Einzug in den Nationalrat. Dann kam die Journalistin Freda Meissner-Blau, vereinte die beiden Listen und führte sie als Grünalternative Liste (GAL) in den Nationalrat. Und dort mussten dann bürgerliche und linksalternative Grüne gemeinsam agieren. Und nachdem sie sich aufs Blut zerstritten hatten, einigte man sich darauf, eine bessere Welt mit den Mitteln des gebildeten Bürgertums durchzusetzen, also sprich obergescheit daher zu reden und Jeden mit Verachtung zu strafen, der die hehren Ideale der Grünen nicht sofort als gut erkennt und nachlebt. Bei den meisten Wahlen konnten die Grünen zulegen und wurden von einer Partei, die gegen alles war, zu einer Partei, die unbedingt regieren wollte. Da kam der Tiroler Professor Alexander van der Bellen und machte aus der Grünen Partei eine seriöse Kraft, die bereit war, mit fast allen zu regieren. (Man muss ihnen lassen, dass dazu nicht die rechten Parteien FPÖ und BZÖ zählen) Und so wäre es 2003 fast zu einer Koalition mit der ÖVP gekommen. Inzwischen haben die Grünen die Gelegenheit genutzt, sie regieren in Vorarlberg, in Salzburg, in Tirol und in Oberösterreich als Juniorpartner der ÖVP, in Wien als Juniorpartner der SPÖ und in Kärnten zusammen mit SPÖ und ÖVP. Politische Inhalte wurden dafür aufgegeben, aber wichtig ist ja nicht, was man in einer Regierung erreicht, wichtig ist, dass regiert wird. Als man gesehen hat, dass die großen Parteien jeweils ihre Parteichefs wegintrigiert haben und damit trotzdem recht erfolgreich waren, dachte man kurz: „Ja wenn es das ist“ und stracks war Eva Glawischnig weggemobbt. An der Spitze stehen jetzt… äh… die eine… und die…. Dings. Aber auch Erfolge gab es. Seit Anfang des Jahres hat Österreich seinen ersten Grünen Bundespräsidenten. Professor Van der Bellen wollte sich dann doch nicht mit dem Hobbykeller oder der privaten Hanfplantage abgeben. Seitdem leitet er unser Land mit stets freundlichem Gesicht und guten Ideen, wie alle Frauen zu überreden aus Solidarität ein Kopftuch zu tragen.

Inhaltliches Profil

Die Grünen setzen sehr massiv auf Inhalte, wenn diese nicht gerade beim Regieren stören. Dazu zählt Umweltschutz, außer die Vorschläge kommen von einer anderen Partei, dann sind sie grundsätzlich nicht gut und lieber soll der Wald sterben, als dass er falsch gerettet wird. Denn die Wahrheit besitzen die Grünen und nur wer sehr brav ist, darf daran teilhaben. Dann geht es bei den Grünen natürlich um die Gleichberechtigung der Frau, außer man kränkt damit muslimische Mitbürger, dann sollen die Frauen lieber die Goschen halten. Aber wenn ein Mann ein Binnen-I vergisst, wird er schonungslos als Sexist entlarvt. Die Homosexuellenrechte sind den Grünen heilig, außer irgendeine andere Minderheit ist dagegen, dann muss man da schon mal nachgeben und halt heimlich homosexuell sein, muss einem ja keiner zuschauen dabei. Man unterstützt demokratische Proteste in der Türkei, aber wenn man damit türkische Wähler kränkt, die für den türkischen Ministerpräsidenten sind, hält man sich lieber zurück. Das Idealbild der Grünen ist daher sehr schwierig zu erfüllen, denn lesbische Muslimas im Rollstuhl kommen halt nicht zu oft vor.

Die größten Persönlichkeiten

Eigentlich sollte es so was bei den Grünen nicht geben, denn bei einer basisdemokratischen Partei zählt jeder und jede Einzelne und es gibt keine Vorbilder. Aber wie es sich für eine feministische basisdemokratische weltoffene Partei gehört, ist ihre größte Persönlichkeit ein österreichischer heterosexueller Mann: Alexander van der Bellen. Früher wurde auch Peter Pilz als solche betrachtet, aber der ist ja sowas wie der grüne Jörg Haider geworden und hat sich daher von der Partei verabschiedet.

Das typische Basismitglied

Hier unterscheiden wir zwischen Altgrünen und Neugrünen. Die altgrüne Basis besteht aus ungewaschenen Menschen in Kleidung aus dem Weltladen die Männer mit langen Haaren und einem Rauschebart, die Frauen tragen kurze Haare und einen Schnauzbart, und beide haben selbstgestrickte Pudelmützen. Alles ist Baumwolle und es wird mit einer irrsinnig sanften weichen Stimme gesprochen. Friede und Eintracht ist großgeschrieben, für alles gibt es einen Tee oder zumindest einen Joint. Hier macht sich auch zunehmend Frustration breit über die zunehmende Rückkehr der Grünen in die Realität.

Das neugrüne Basismitglied gehört der Gruppe Menschen an, die man Bobos nennt, also Bourgeois Bohemien. Man kleidet sich schlicht modern (Rollkragenpulli oder Businessoutfit), isst exotisches Essen in komischen Kaffeehäusern mit grünlichem Licht, wo es so unorthodoxe Dinge gibt wie Gurkenrahmstrudel mit Bioschlagobers oder Lauchschokoladentorte mit Käse überbacken und dazu Smoothies oder Limo und die Mischungen sind Seegras mit Tannenzapfen und Lachsersatz. Man studiert, verbringt seine Freizeit mit Joga und Entspannung und hält den eigenen verbalen Dünnschiss für Philosophie und Weltverbesserung. Immerhin kann man sagen, die Führung besteht aus typischen Basismitgliedern.