Das alte Jahr ist vorüber. 2014 hat angefangen. Zeit also noch einmal zurück zu blicken, was das alte Jahr so konnte….

Ja also gar nix. Vielen dank fürs Lesen!

Ok, das ist dann vielleicht doch ein bissi wenig.

 

Außerdem ist das dann auch ein wenig unfair. Immerhin haben wir eine Goldmedaille bei den Ski-Weltmeisterschaften und  2 Oscars gewonnen. Zumindest hab ich das genauso gehört: „Wir haben schon wieder eine Goldmedaille gewonnen.“ Da war ich natürlich sehr stolz. Ich kann nämlich überhaupt nicht Skifahren. Da erhöht einen dieses Gefühl, dass man eine Goldmedaille gewonnen hat natürlich. Nun hat es mich natürlich interessiert, wem ich denn diese großartige Neuigkeit verdanke und bin drauf gekommen, das war ein gewisser Marcel Hirscher. Ich möchte ihm hiermit meinen innigsten Dank für meine erste Goldmedaille im Skifahren aussprechen.

Ich hab aber noch was gewonnen. Nämlich 2 Oscars. Stellvertretend für mich haben die Christoph Waltz und Michael Haneke entgegen genommen. Mein österreichisches Herz war aber schon etwas gekränkt, dass Haneke den Oscar nur für den besten fremdsprachigen Film gekriegt hat. Dafür haben 20% von uns den Strache gewählt, dass dann ein österreichischer Film als fremdsprachig bezeichnet wird. Weit hammas gebracht in der EU. Und was machen unsere Politiker? Nix. Bezeichnend.

Na ja die waren ja auch anderwärtig beschäftigt, nämlich wieder um das Thema „Wehrpflicht gegen Berufsheer“ zu streiten. Allerdings in sehr ungewohnter Weise. Denn die ÖVP und die FPÖ, die jahrelang die Wehrpflicht abschaffen wollten, verteidigten diese nun erbittert gegen die SPÖ; welche über die Jahrzehnte immer ein Fan der Wehrpflicht gewesen war, damit sich 1934 nicht wiederhole. Das führte zu allerlei lustigen Situationen, wie zum Beispiel, dass die selben Blauen, die früher Zivildiener noch als Drückeberger bezeichnet hatten jetzt auf einmal der Meinung waren, dass man doch auf den Zivildienst nicht verzichten könne. Es kam dann zu einer Volksabstimmung. Das stimmt nicht eine Volksabstimmung heißt ja, dass die Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen können. Und bei uns gibt es dann Volksbefragungen, das heißt die Bürgerinnen und Bürger dürfen ihre Meinung kund tun und die Regierung macht trotzdem was sie will. Demokratiepaket nennt sich das. Gewonnen hat übrigens die Wehrpflicht, weil die ganzen 90jährigen die bei uns die Wählermehrheit stellen damals auch zum Heer mussten und jetzt soll das auch so bleiben. Und da die 90jährigen unsere Wahlen entscheiden gibt es jetzt 100 Jahre weitere Wehrpflicht.

Die politischen Umwälzungen des letzten Jahres ließen allerdings auch nicht auf sich warten. So brach zum Beispiel der Kärntner Frühling aus. Nach Jahrzehnten des Haidersystems und der nahezu diktatorischen Alleinherrschaft der FPK, brachen Montagsdemos und Friedensgebete aus, die um die ehebaldigste Vertreibung des Herrscherapparats spirituelle und weltliche Hilfe anforderten. Unter dem Druck musste der sogenannte Landeshauptmann Dörfler schließlich freie Wahlen zulassen – in Kärnten eine Sensation. Die FPK erreichte magere 17% und das Dörfler-Regime brach zusammen. Stattdessen übernahm eine Volksfront aus SPÖ, ÖVP und Grünen die Regierung. Die Beseitigung des Mülls aus Korruption und Misswirtschaft wird allerdings noch einige Jahrzehnte dauern. Wissenschaftler prognostizieren, dass sich Kärnten erst in 20 Jahren zu einer funktionierenden Demokratie entwickeln wird. Womit es Niederösterreich etwas voraus hat, denn dort blieb die Alleinherrschaft Pröll trotz Wahlen erhalten. Nur in Nordkorea ist eine ähnliche Machtfülle feststellbar. Diese rührt allerdings auch daher, dass Kim Jong Un seinen Onkel hinrichten ließ, dieser sei „Abschaum“ gewesen. Jedenfalls ist die Einigkeit der Partei in Nordkorea wieder hergestellt und Kim Jong Un kann mit ruhigem Gewissen für den Frieden arbeiten, in dem er Südkorea und den USA mit Atomschlägen droht. Das hat Erwin Pröll nicht notwendig den wählt man auch so. Halten konnte sich, wenn auch angeschlagen, auch Günther Platter von Tirol, wohingegen Gabi Burgstaller Salzburg wieder verloren. Vorbei das rote Intermezzo in Salzburg, Salzburg ist wieder so schwarz wie es sein soll. Auch in Graz konnte die ÖVP ihren Spitzenplatz retten, allerdings droht die Gefahr dort von einer anderen Seite. Die KPÖ hat Platz 2 erreicht. Graz ist tatsächlich am Rande zur Sowjetrepublik. Das erklärt vielleicht auch, warum dann bei den Nationalratswahlen so viele Steirer den Strache gewählt haben. Wahlen gab es jedoch nicht nur bei uns, sondern auch in Italien. Dort traten gleich 2 Komiker an, wobei einer davon auch professionell dieses Amt ausübt, nämlich Peppe Grillo, anders zum 2. Komiker Silvio Berlusconi, der nur ein Amateurkasperl ist, das aber schon ziemlich lang. Während Grillo einen Erfolg nach dem anderen einfuhr, hauptsächlich indem er alle anderen als „Arschloch beschimpfte, musste der andere schließlich vor Gericht, sich für diverse Korruptionsvorwürfe und Sex-Affären rechtfertigen. Man glaubt es kaum, aber er wurde tatsächlich verurteilt. Apropos Prozess: Gab es ja in Österreich auch mehrere: Mensdorff-Pouilly, Ernst Strasser, Gernot Rumpold. Da wurden ein paar wegen Lobbyismus, Korruption und anderen Dingen belangt. Alle natürlich komplett unschuldig. Zum Glück konnte man wenigstens unserem geliebten Karlheinz Grasser noch immer nix antun, sonst müsste man ja wirklich schon an der Justiz zweifeln.

Gehen wir wieder zurück nach Italien. Mangels Alternativen hat man auch dort eine große Koalition gegründet. Vielleicht hat man ja an Österreich gesehen, wie toll das funktioniert. Auch in Italien ist eine Sensation passiert. Ein Papst ist wegen Burn Out zurück getreten. Es war der 1. Papst seit 1294 der freiwillig wieder abtrat, heißt das die Kirche öffnet sich? Kommt als nächstes vielleicht ein ex Cathedra des Papstes, dass Frauen auch Menschen sind oder Kondome auch beim Sex verwendet werden dürfen? Na ja soweit muss man ja nicht gehen, aber das war schon was, dass der Papst einfach zurücktritt, wegen einem wirklich gewöhnlichen Burn out. Ich mein der Chef hat damals mehr ausgehalten mit dem Kreuz. Gut der war auch Gottes Sohn und der Papst ist nur Gottes Stellvertreter.

Immerhin, der neue Papst ist menschenfreundlich und dialogbereit, nur das stell ich mir ca. so vor: „Sind Homosexuelle auch Menschen?“ – „Nein, aber es ist gut, dass wir darüber gesprochen haben.“ Und wenn man zu lange mit ihm diskutiert, wäscht er dir die Füße und zeigt durch seine Selbsterniedrigung auf, wie falsch du liegst. Das ist glaub ich die neue Strategie der Kirche, sie erniedrigen sich selber, dass alle anderen ein schlechtes Gewissen haben und nicht mehr zurück reden. Und so entgeht Franziskus I peinlichen Fragen über Homosexuelle und die argentinische Militärjunta. Dieser eine Pfarrer aus Deutschland hat das dann aber ein bissi falsch verstanden. Der dachte der Papst verzichtet auf alles, bleibt mir mehr. Da hat er dann aber ordentlich Ärger gekriegt.

Dass die Welt noch immer nicht friedlicher ist, zeigten unter anderem die Konflikte in Mali und Syrien. In Ägypten wurde der Muslimbruder Mursi wieder gestürzt nachdem er schon mehr oder weniger eine Diktatur erbaut hatte. Mit denselben Methoden, die er angewendet hat, wurde er dann weiter behandelt. Irgendwie fair. In der Türkei wurde aus dem Streit um eine Grünfläche eine Demokratiebewegung. Die Regierung in der Türkei hat das allerdings mit wenig zimperlichen Methoden gelöst, dort gilt eben noch immer das alte deutsche Sprichwort: „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten.“ Erdogan muss sich aber keine Sorgen um Sympathien machen, in Wien gab es Solidaritätsdemonstrationen. An denen Kritik zu üben brachte einem grünen Abgeordneten dann einen Rassismus Vorwurf ein. Zu Recht, unsere türkischen MitbürgerInnen werden ja wohl noch das Recht haben, genau solche Faschos zu sein, wie wir.

Mehr Demokratie versuchte übrigens auch der Präsident des Iran. Und die Ayatollahs haben beschlossen, dass er zumindest so tun darf, als wäre er ein ganz ein freundlicher. Und wenn man Israel von der Landkarte radieren will, braucht man das ja nicht zu sagen.

Nicht nur die Menschen auch die Natur hat letztes Jahr wieder mal ein bissi einen dezenten Poscher bewiesen. Zunächst regnete es Meteoriten auf Russland, wir dachten schon alle die Apokalypse holt uns ein, aber es blieb bei ein paar Löchern. Ein Taifun richtete bei den Philipinen verheerende Schäden an. Und Hochwasser ruinierten große Teile Österreichs, die das allerdings eh so alle 10 Jahre abkriegen.  Trotzdem werden die Schutzmauern immer genau einen Meter zu niedrig gebaut, ein Schelm wer böses dabei denkt.

Kommen wir nun zum Thema Crime: in den USA wurde eine Bombe auf die Marathonläufer geworfen. Die Justiz konnte innerhalb kürzester Zeit die Täter festnehmen. Terroristen was sonst?

Die deutsche Justiz arbeitet langsamer. Aber immerhin sie arbeitet und konnte daher die Mörder des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) endlich dingfest machen, die in den Neunzigern gemordet hatten. Aber wer rechnet denn auch damit dass ehrliche Deutsche zu so was fähig sind. Das traut man ja doch eher diesen ganzen Asylwerbern zu.

Wie denen, die sich bei uns in der Votivkirche eingenistet haben. Was für ein Ärgernis für den braven anständigen Österreicher? Da lobt man sich doch Lampedusa wo diese ganze Brut gleich im Meer absäuft und man sich damit nicht herumschlagen muss. Da kann man dann sogar noch gerührt ein Tränchen zerdrücken und sich über die bösen Schlepper aufregen, die so etwas auslösen.

Aber das Jahr 2013 brachte auch echte Helden hervor. Wie zum Beispiel Edward Snowden, den Aufdecker der NSA. Nicht zu verwechseln mit NSU. Langsam wird es kompliziert. Also der hat heldenhaft aufgedeckt, dass wir alle überwacht werden. Das war ein Schock für mich. Bis dahin hatte ich nämlich immer geglaubt, dass unsere Regierungen unsere Privatsphäre respektieren und ihre Bürger und die Bürger anderer Staaten in Frieden lassen. Nun muss ich damit leben, dass Geheimdienste bei mir herumschnüffeln. Also eh nicht bei mir, sondern beim Faymann. Der war schon sehr froh darüber, dass man ihn auch abhört. Konnte er sich doch endlich wieder wichtig vorkommen. Jedenfalls ist Snowden durch diese Erkenntnis so eine Art europäischer Nationalheld geworden.  Das wird allerdings jeder, der sich traut was gegen die USA zu sagen. Deswegen hat der Strache ja auch behauptet, er sei auf Facebook zensiert worden, weil er die USA kritisiert habe. Auch dieser Mann unterschätzt glaube ich, wie wurscht er den USA ist.

Apropos Wurscht. Was man in ganz normalem Fleisch so alles findet. Zum Beispiel Pferdefleisch. Das war natürlich auch ein Schock. Nicht so ein großer, wie der als wir erfuhren, dass die USA uns abhören, denn ungesundes Zeug fressen ist immer noch halb so schlimm wie den Ami im Wohnzimmer haben, aber es war doch ein Schock. Die europäischen Landwirtschaftsminister haben auch alle sofort gesagt: „Es besteht dringender Handlungsbedarf.“ Und immer wenn ein europäischer Landwirtschaftsminister sagt, es besteht dringender Handlungsbedarf wissen wir: Es ist zu spät. Bitte unserem war es egal, Niki Berlakovich hat es auch nicht wirklich gekümmert, dass seine Verhinderung eines Pestizide-Verbotes den Mord an den Bienen bedeutete. Wahrscheinlich ist er allergisch. Ähnlich kompetent zeigte sich auch die Justizministerin Beatrix Karl, welche der Meinung war, dass Vergewaltigung im Strafvollzug so was wie ein Teil des Besserungsprogramms sei. Da hat sie richtig Mut bewiesen die Frau Karl. Endlich mal eine die den ganzen Verbrechern zu verstehen gibt, dass sie im Arsch daheim sind und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Weniger Mut bewies die Regierung dann, als sie die Truppen aus dem Golan abzog. Da galt dann: „Wir beteiligen uns gern an militärischen Einsätzen, aber wenn es zu Konflikten kommt hört der Spaß auf.“  Schließlich ist es ja eine Friedensmission.

Aber was war das alles gegen das Glücksgefühl, dass dem britischen Königshaus ein männlicher Erbe geboren wurde: Prinz George. Der wird irgendwann einmal König von Großbritannien. Aber das wird noch dauern, denn bis jetzt geht es Uroma Königin Elisabeth II ja ganz gut.

Glücksgefühle auch bei Angela Merkel in der Bundesrepublik, hat sie doch die Wahlen souverän gewonnen. Dass das allerdings eher an der Inkompetenz ihrer Konkurrenten liegt, sollte man vielleicht verschweigen. Aber bei der Wahl zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück, wäre es dann vielleicht bei mir auch die Merkel geworden. So haben sich denn auch 42% der Deutschen für die CDU/CSU entschieden. Die FDP übrigens hat es gar nicht mehr geschafft. Da waren der Westerwelle und der Rösler aber traurig. Bei uns sind wir die Partei mit dem F vorne nicht losgeworden. Im Gegenteil bei den Nationalratswahlen konnten die Blauen wieder fröhlich zulegen, obgleich es für sie sicher schon glänzendere Siege gab. Die SPÖ und die ÖVP haben beide kräftig verloren. Zulegen konnten auch die Grünen, weil man ihnen bundesweit das Mariahilferstraßendesaster wohl nicht so übel nahm, wie in Wien. Die wahren Sieger aber waren das Team Stronach um den gleichnamigen Millionär Frank Stronach und die liberalen Neos. Stronach konnte vor allem dadurch punkten, dass er etwas von „die Wirtschaft“ versteht und außerdem gegen „die Funktionäre“ ist. Das war zumindest so ziemlich alles, was man im Wahlkampf aus ihm heraus bekam, wenn er nicht gerade Tobsuchtsanfälle bekam, weil ihm ein Journalist eine kritische Frage stellte. Jedenfalls gewann seine Partei 8% und 11 Mandate und war darüber so glücklich, dass sie sich so zerstritten haben, dass sie bereits ein paar Monate später vor der Auflösung stehen.

Und die Neos das waren die wahren Sieger. Bis heute habe ich nicht ganz verstanden, was die eigentlich wollen, aber sie sind einmal was anderes. Und sie haben das Geld vom Haselsteiner. Was natürlich gar nichts damit zu tun hat, dass sie bei den Wahlen so gut abgeschnitten haben, genauso wie das Geld beim Stronach eher eine untergeordnete Rolle spielte. Beide konnten natürlich nur wegen ihrer außerordentlichen Fähigkeiten punkten.

Auch bei uns gab es übrigens einen schmerzlichen Verlust: das BZÖ. Möge es in Frieden ruhen, wie sein Gründer.

SPÖ und ÖVP haben sich die Niederlage natürlich zu Herzen genommen und eine Koalition gebildet, die genauso ist, wie die alte war. Mit einem Unterschied, wir haben jetzt kein Wissenschaftsministerium mehr und im Außenministerium gab es einen Kurzen. Falsch, der Kurz ist jetzt Außenminister. Wobei streng genommen,  da jetzt kein Unterschied ist. In einem Fall ist es finster, im anderen Fall sitzt dort ein junger ÖVPler, in beiden Fällen seh‘ ich fürs Außenministerium schwarz.

Also alles in allem ein trauriges Jahr, wen wundert’s dass da auch Nelson Mandela lieber das zeitliche gesegnet hat. Ein großer Verlust für die Welt, alle waren bei seinem Begräbnis, bis auf die Österreicher. Kann man auch verstehen. Wer hätte schließlich das dem Nelson Mandela zumuten wollen?